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Sehenswürdigkeiten und historische Infos zu Königsberg

Reichsburg Königsberg

Nach 1168 ließ Kaiser Barbarossa auf dem „Weinberg des Königs“ eine neue Burg errichten.
Sie sicherte den Haßgau und den Zugang zu den Haßbergen, verband wichtige Routen –
und ist heute als eindrucksvolle Ruine mit gepflegten Mauern ein beliebtes Ausflugsziel.

Fun-Fakt: Über 80.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden seit 1971 haben die Burgruine vor dem Verfall bewahrt.

Nach der Zerstörung der Burg auf dem Bramberg ließ Kaiser Barbarossa eine neue Anlage auf Reichsbesitz errichten.
Sie sollte den Haßgau sichern und diente als strategische Verbindung von Rothenburg über Schweinfurt bis nach Eger.

Herrschaftswechsel im Mittelalter:

  • 1180: Reichslehen der Herzöge von Meranien
  • 1249: Übergang an die Grafen von Henneberg
  • ab 1400: Zugehörigkeit zum wettinischen Herrschaftsbereich

Im 15. Jahrhundert ließen die sächsischen Kurfürsten die Burg erweitern. Während des Bauernkriegs 1525 blieb sie unversehrt.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte der Umbau zur Schlossanlage mit Speisesaal, Schlosskapelle und verstärkten Befestigungen.

Berühmt ist die Burg auch als Geburtsort von Friedrich Heinrich Reichsgraf von Seckendorff-Gutend (1673),
der später als Feldmarschall und Diplomat Karriere machte.

Die Burg überstand zwar den Dreißigjährigen Krieg, war aber bald nicht mehr zeitgemäß in Wohnkultur und Wehrtechnik.
Daher wurde sie nach 1764 nicht mehr instand gehalten.

  • 1764: Aufgabe durch den Herzog von Sachsen-Hildburghausen
  • 1780: Auszug des letzten Verwalters, Hauptmann von Sebaldt
  • 1790: Einsturz des letzten Daches

1854 kam der Burgberg in Privatbesitz, 1904 schließlich in den Besitz der Stadt Königsberg.
Seit 1921 setzt sich die Schloßberg-Gemeinde für den Erhalt der Burg ein.
Über 80.000 freiwillige Arbeitsstunden seit 1971 haben die Ruine gesichert und sichtbar gemacht.

Gedenkstätte auf dem Schloßberg: Auf dem Gelände erinnert eine Anlage an die Opfer der beiden Weltkriege.

  • Gedenktempel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (Alfred Burkardt)
  • Skulptur „Trauernde Mutter“ von Karl Hornung (1960) für die Opfer des Zweiten Weltkriegs

Marktplatz

Der Marktplatz entstand im 15. Jahrhundert zusammen mit Marienkirche und Rathaus.
Er entwickelte sich rasch zum Zentrum des städtischen Lebens und prägt bis heute das Bild der Altstadt.

Mit dem Bau der Marienkirche (1397) und des Rathauses (1456) erhielt Königsberg seinen zentralen Platz.
Der Marktplatz wurde schnell zum Mittelpunkt des Handels und der Begegnung.

1605 wurde der erste Marktbrunnen errichtet, zunächst etwas abseits vor Hausnummer 5.
1869 versetzte man ihn an seinen heutigen Standort mitten auf dem Platz.

1871 wurde das Standbild des berühmten Astronomen Johannes Müller, genannt Regiomontanus, eingeweiht.
Der Haßfurter Bildhauer Joh. Mayer schuf die Statue, die den Gelehrten in zeitgenössischer Tracht mit Winkelmesser und Zirkel zeigt.

Geburtshaus Wolfgang Carl Briegel

Am Unfinder Tor wurde 1626 Wolfgang Carl Briegel geboren.
Der spätere Hofkapellmeister in Darmstadt gilt als bedeutender Barockkomponist und hinterließ mit seinem „Großen Cantional“ ein wichtiges Werk der Kirchenmusik.

Rechts neben dem Unfinder Tor befindet sich das Geburtshaus Briegels.
Neben dem Eingang ist noch heute das Wappen der Familie Zinck zu sehen.
Bürgermeister Martin Zinck ließ das Anwesen im 16. Jahrhundert errichten, sein Sohn Elias richtete darin 1604 eine Apotheke ein.

1621 übernahm der Apothekergeselle Carl Briegel aus Ansbach die Apotheke, nachdem er Veronika, die Tochter von Elias Zinck, geheiratet hatte.
Aus dieser Ehe ging 1626 Wolfgang Carl Briegel hervor, der in Königsberg geboren wurde und hier seine frühen Jahre verbrachte.

Briegel verfasste zahlreiche Kirchenlieder und veröffentlichte 1687 in Darmstadt sein bekanntestes Werk „Das große Cantional“.
Dieses Kirchengesangbuch umfasst Lieder Martin Luthers und vieler weiterer Dichter und Theologen.
Briegel sammelte sie, setzte sie in Melodien und ließ sie drucken – ein bedeutender Beitrag zur Kirchenmusik des Barock.

Schützentor

Das Schützentor ist ein Relikt der alten Stadtbefestigung.
Errichtet im 16. Jahrhundert und 1710 renoviert, wurde es später zum Krankenhaus umgebaut und ist heute ein Wohnhaus mit historischer Bedeutung.

Zwischen dem Unfinder Tor am Marktplatz und dem Unfinder Weg in der Vorstadt entstanden im späteren Ausbau zwei Abschnittstore.
Das westliche Tor von 1514 wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
Erhalten blieb das Schützentor, das 1710 umfassend renoviert wurde.

1870 richtete die Stadt im Schützentor ein kleines Krankenhaus ein, das 1905 durch einen Anbau von Amtsphysikus Dr. Lehrecke erweitert wurde.
Es diente den örtlichen Ärzten für Behandlungen und kleinere Operationen.
Besonders die Entbindungsstation war für das Amtsgebiet von großer Bedeutung.

Mit der Zeit entsprach das städtische Krankenhaus nicht mehr den modernen Anforderungen und wurde 1956 geschlossen.
Heute ist das historische Schützentor in Wohnnutzung und beherbergt Mietwohnungen.

Rathaus

Das Rathaus von Königsberg wurde 1456 erbaut und nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erst 1668 wieder vollständig genutzt.
Mit Wappen, Rolandfigur und Glockenspiel zählt es bis heute zu den Wahrzeichen der Stadt.

Errichtet wurde das Rathaus 1456.
Im Jahr 1632 brannte der obere Teil während des Dreißigjährigen Krieges nieder.
Wegen der Armut der Bürgerschaft zog sich der Wiederaufbau lange hin.
Erst am 7. Dezember 1668 – zwanzig Jahre nach dem Westfälischen Frieden – konnte hier wieder eine Ratssitzung stattfinden.

  • Holzkassettendecke im Rathaussaal
  • Wandbild des Regiomontanus (1956, Prof. A. Helm, Bad Kissingen)
  • Historisches Bürgermeisterzimmer aus dem 17. Jahrhundert, 1981 restauriert

An der Marktplatzseite ist das Stadtwappen angebracht: der doppelschwänzige Löwe der Markgrafen von Meißen,
der seit 1400 das Königsberger Wappen ziert.
An der nordöstlichen Ecke des Rathauses steht die südlichste echte Rolandfigur Deutschlands (1605),
als Zeichen der Stadtrechte. Auf ihrem Schild sind Reichsadler, Königsberger Löwe und sächsisches Wappen dargestellt.

Zur 800-Jahrfeier erhielt das Rathaus ein Glockenspiel, das täglich um 11.30 Uhr und 15.30 Uhr erklingt.
Nach einem Vorspiel, einem Choral von Wolfgang Carl Briegel, erscheinen vier Figuren bedeutender Persönlichkeiten der Stadtgeschichte:

  • Regiomontanus
  • General Tilly
  • Reichsgraf von Seckendorff
  • der Roland

In den Wintermonaten bis 1. März bleiben die Figuren verborgen.
Zwischen der 2. Adventswoche und dem 6. Januar erklingen täglich um 17.30 Uhr Weihnachts- und Winterlieder.

Goldner Stern

Am Beginn des Salzmarktes steht das traditionsreiche Hotel »Goldner Stern«.
Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg war es als »Schwarzer Bär« bekannt und diente Adeligen wie hohen Herrschaften als Unterkunft.
Mit seiner langen Geschichte gehört es bis heute zu den bedeutendsten Gebäuden der Stadt.

Beim Stadtbrand von 1632 wurde auch der »Schwarze Bär« zerstört.
Leutnant Vorndran errichtete an gleicher Stelle einen neuen Gasthof, der nun »Goldner Stern« hieß.
Durch den Verkauf zuvor ausgelagerter Weinvorräte konnte er den Wiederaufbau finanzieren.

1796, während des Einmarsches französischer Truppen in Franken, bezog General Lefebvre im »Stern« Quartier.
Damals verbreitete sich das Gerücht, der Wirt Werner Müller habe einen Offizier ermordet.
Müller sollte hingerichtet werden, doch ein Hofgerichtsadvokat konnte aufklären: Der Offizier war desertiert – Müller wurde gerettet.

Auch der letzte regierende Coburger Herzog Carl Eduard (1905–1918) und seine Gemahlin Herzogin Victoria Adelheid waren gern gesehene Gäste.
Mit seiner langen Tradition ist der »Goldne Stern« bis heute ein markantes Haus am Salzmarkt.

Salzmarkt

Der Salzmarkt war im Mittelalter ein zentraler Handelsplatz Königsbergs.
Vor allem Salzführer boten hier ihre Ware an, weshalb sich auch andere Händler an diesem Standort orientieren mussten.
Bis heute prägt der breite Platz das Stadtbild.

Der Salzmarkt ist für mittelalterliche Verhältnisse ungewöhnlich breit angelegt.
Er war zugleich Durchgangsweg zur Burg und zum Rennweg sowie zentraler Handelsplatz.
Hier verkauften Salzführer ihre Ware aus Thüringen, die sie über den Rennweg nach Königsberg brachten.
Andere Händler mussten ihre Stände nach den Salzhändlern ausrichten, etwa die Schusterstänglein an der Schloßgasse.
Viehmärkte fanden dagegen am Rand oder an anderen Orten statt.

1333 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Königsberg das Marktrecht.
Mit dem Privileg, Salz aus Salzungen in Thüringen handeln zu dürfen, orientierte sich die Stadt wirtschaftlich und staatsrechtlich nach Norden.
Ab 1400 gehörte das Amt den Landgrafen von Thüringen, später den Kurfürsten von Sachsen und verschiedenen sächsischen Herzogtümern.
Von 1826 bis 1918 war Königsberg eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha.
Der Anschluss an Bayern erfolgte schließlich 1920.

Geburtshaus Regiomontanus

In diesem Haus wurde 1436 Johannes Müller, genannt Regiomontanus, geboren.
Er gilt als bedeutendster Astronom des 15. Jahrhunderts und als Wegbereiter der kopernikanischen Wende –
sein Name ist bis heute untrennbar mit Königsberg verbunden.

Eine Marmorplatte erinnert an den berühmten Sohn der Stadt.
Regiomontanus wurde 1436 hier geboren und gilt als der bedeutendste Astronom seiner Zeit.
Sein Wirken bereitete den Übergang zum neuen Weltbild vor.
Auf einer Gedenktafel in seiner Beerdigungsstätte, dem Campo Santo Teutonico in Rom, wird er als Wegbereiter der Kopernikanischen Wende geehrt.

Das Gebäude steht auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus aus dem 14./15. Jahrhundert.
Teile davon wurden im 17. Jahrhundert in eine Bauerneuerung einbezogen.
Der 1626 errichtete Keller belegt, dass diese Arbeiten noch vor dem Stadtbrand von 1632 stattfanden.
Ob und in welchem Umfang das Haus im Dreißigjährigen Krieg beschädigt wurde, ist nicht überliefert.

Vor seiner Restaurierung im 19. Jahrhundert war das Gebäude schlicht im Fachwerkstil gehalten.
1881 ließ der damalige Eigentümer, Bürgermeister Franz Ronge, eine kunstvolle Fachwerkverzierung anbringen.
Auch die Innenräume wurden erweitert und wohnlicher gestaltet.

2004/2005 erfolgte eine erneute umfassende Restaurierung.
Die heutigen Privateigentümer bewahren das Hausinnere im Stil des 19. Jahrhunderts und tragen so zur Erhaltung dieses bedeutenden Denkmals bei.

Salzmarkt Nr. 12/14

Dieses Haus wurde 1623 zur neuen Heimat von Glaubensflüchtlingen wie Wolf Dietz, der wegen seines protestantischen Glaubens aus Staffelstein vertrieben wurde.
Bis heute sind Wappen, Inschrift und Jahreszahl an der Fassade erhalten.

Nach seiner Ausweisung fand Wolf Dietz hier eine Unterkunft.
Über der flachbogigen Toreinfahrt ist die Jahreszahl 1623 zu sehen, am Scheitel das Familienwappen – eine Doppellinie mit zwei Rosen.
Am steinernen Gesims des Obergeschosses steht die Inschrift: „Mein Anfang, Mittel und End steht in Gottes Hend.“

  • 1685: Bauerneuerung durch Wilhelm Fuslein
  • 1991–1993: umfassende Restaurierung des Gebäudes

Quartier von Feldherrn Tilly

Im März 1632 nahm General Tilly mit 8.000 Soldaten Quartier in Königsberg.
Ein Brand in seiner Unterkunft führte zur Zerstörung von rund 130 Häusern – ein einschneidendes Ereignis des Dreißigjährigen Krieges.

Am 5. März 1632 besetzte Tilly das protestantische Königsberg und quartierte sich im Haus der Bürgermeisterwitwe Graser ein.
In der Nacht vom 6. März brach in den Stallungen des Hauses ein Feuer aus.
Durch starken Wind griff es auf die Stadt über und zerstörte rund 130 Wohnhäuser.
Tilly selbst sorgte dafür, dass die Stadtkirche verschont blieb.

Die Burg blieb zunächst uneingenommen. Am 8. März zog sich Tilly nach Eltmann zurück, da Gustav Adolf Truppen zur Veste Königsberg entsandt hatte.
Doch die Stadt blieb weiter umkämpft:

  • 1634: Kaiserliche Truppen plünderten erneut, weitere Häuser wurden zerstört.
  • 1640: In der Nacht des 28. Mai nahmen kaiserliche Soldaten unter Oberst Widmann die Burg ein, fielen in die Stadt ein und beschlagnahmten alles Verwertbare.

Beim Stadtbrand von 1640 konnte die Stadtkirche nicht mehr gerettet werden.
Neben den Zerstörungen dezimierten Hunger, Pest und Seuchen die Bevölkerung dramatisch:
Von rund 2.000 Einwohnern überlebten nur etwa 500.
Das sogenannte Tilly-Haus erinnert bis heute an die Schrecken dieser Zeit im Dreißigjährigen Krieg.

Marienkirche

Die Marienkirche ist seit 1523 evangelisch-lutherisch und zählt zu den eindrucksvollsten gotischen Pfarrkirchen Frankens.
Ihr 46 Meter hoher Turm mit französischem Stilakzent erinnert an die Einflüsse der Straßburger Bauhütte.

Die Kirche wurde auf den Fundamenten der ersten Burg Königsbergs errichtet.
Ursprünglich war im späten 14. Jahrhundert ein Dom geplant.
Der Bau begann 1397, die Weihe erfolgte 1432, der Turm konnte jedoch erst 1446 vollendet werden.

Ein Brand 1640 zerstörte zahlreiche Details.
An den Strebepfeilern der östlichen Chorseite befindet sich heute nur noch eine Madonna – eine Nachbildung des Originals von ca. 1420, das sich auf der Veste Coburg befindet.
Darunter ist ein Kragstein mit Darstellungen menschlicher Laster wie Gier, Torheit und Unsittlichkeit zu sehen.
Ein verblasstes Fresko zeigt die Marter des heiligen Sebastian.

  • Renaissancelesepult: Teil einer Verbindung von 1697 mit den niedrigen Chorschranken
  • Kanzel: getragen von einer eindrucksvollen Mosesfigur

Zwischen 1898 und 1904 wurde die Kirche unter Leitung von Prof. Oehlenheinz (Coburg) umfassend restauriert.
Eine weitere Außensanierung fand 2002–2005 statt.

Hintergrundbild Versteckte Winkel erkunden

Versteckte Winkel erkunden

Hinter jedem verwinkelten Gässchen wartet ein neues Geheimnis.

Uhrmacherhaus

Das Königsberger Uhrmacherhaus von 1733 zählt zu den kunstvollsten Fachwerkbauten Frankens. Mit reichem Holzschmuck und markanten Details ist es ein Meisterwerk barocker Baukunst und ein Wahrzeichen der Stadt.

Das Haus wurde 1733 erbaut und viele Jahre von einem Uhrmacher bewohnt. 1848 wird in einer Streitsache ein Uhrmacher Hofmann als Besitzer genannt.

Das Barockportal mit gerillt-profiliertem Bogen zeigt im Schlussstein einen Fratzenkopf mit hervortretender Stirn – im Stil der kunstvollen Holzplastiken am Obergeschoss.
Der plastische Holzschmuck des Fachwerks gilt als Meisterleistung der Holzbildhauerei:
Besonders eindrucksvoll sind die Fratzenköpfe, Teilungspfosten und Säulen, die die Fensteröffnungen gliedern.

Der Bau trägt die Handschrift des aus Zeil stammenden Meisters Jörg Hoffmann.
Er errichtete drei Wohnhäuser dieser Art – in Zeil, Scheßlitz und Königsberg.
Das Königsberger Uhrmacherhaus war sein letztes Werk.
Jörg Hoffmann starb am 24. Oktober 1734 in Zeil am Main.

Ecke Eduard-Lingel-Str./Goldene Röhre

Ein Fachwerkhaus mit Geschichte

An der Ecke Eduard-Lingel-Straße / Goldene Röhre steht ein eindrucksvolles Fachwerkhaus aus dem Jahr 1706.
Auffällig sind drei kunstvoll geschnitzte Medaillons mit geheimnisvollen Buchstabenfolgen – ein Rätsel voller Symbolik und Ausdruck tiefer Religiosität.

Die Zeichenfolgen sind so angeordnet, dass sie sowohl von oben nach unten als auch kreuzweise gelesen werden können –
und dabei stets dieselben Worte ergeben. Dieses kunstvolle Buchstabenspiel war eine echte Meisterleistung und zugleich
ein Ausdruck gelebter Frömmigkeit. Die überlieferten Sprüche lauten:

  • Gott sei meiner Seele gnädig
  • So stirbt ein Sünder selig
  • Mein einzger Mittler erlöse mich

Die Inschriften verweisen auf die religiöse Haltung des Bauherrn.
Bis heute machen sie das Fachwerkhaus zu einem besonderen Zeugnis barocker Baukunst und Glaubenskultur in Königsberg.

Geburtshaus Ernst Friedrich III. Carl

An dieser Stelle wurde 1727 Prinz Ernst Friedrich III. Carl geboren, der spätere Herzog von Sachsen-Hildburghausen.
Das Haus war einst Burggut, später Wohnsitz der Herzöge und diente schließlich als Amts- und Gerichtsgebäude in Königsberg.

Ursprünglich befand sich hier das im 12. Jahrhundert angelegte Burggut, ein Wirtschaftshof zur Versorgung der Burgbewohner.
In der Nähe lag das Centtor. 1418 wurde der Gutshof abgerissen und durch ein neues Haus mit Stallungen ersetzt.
Während der sogenannten Kipper-Zeit im frühen 17. Jahrhundert richtete die weimarische Herrschaft hier eine Münzstätte ein,
die minderwertiges Kupfergeld prägte und 1622 auf Druck der Landstände wieder schließen musste.

1714 war das Anwesen erneut baufällig. Stadtschultheiß Schreiber ließ daraufhin ein neues, geräumiges Wohnhaus errichten.
Herzog Ernst Friedrich II. von Sachsen-Hildburghausen nutzte es als Unterkunft, wenn er mit seiner Familie in Königsberg weilte.

Am 10. Juni 1727 wurde hier Prinz Ernst Friedrich III. Carl geboren.
Nach dem Tod seines Vaters trat er 1745 die Regierung des Herzogtums Sachsen-Hildburghausen an und regierte bis zu seinem Tod 1780.
Seine Enkelin Therese heiratete 1810 den bayerischen Kronprinzen, den späteren König Ludwig I. von Bayern.

1756 erwarb der Staat das Gebäude. Im Erdgeschoss zog die Verwaltung des Amtes ein, während das Obergeschoss weiterhin der herzoglichen Familie vorbehalten blieb.
1829 kam das Kammeramt hinzu. Ab 1879 nutzte die Justiz das Anwesen als Amtsgericht mit Richterwohnung.
Nach dem Anschluss Königsbergs an Bayern im Jahr 1920 wurde das herzoglich-sächsische Amtsgericht aufgelöst, und der Gebäudekomplex ging in den Besitz der Stadt Königsberg über.

Gottesackerkirche St. Burkard

Die Gottesackerkirche ist eine der ältesten Kirchen Königsbergs. Geweiht durch den Würzburger Bischof Burkhard im 8. Jahrhundert, wurde sie 1428 neu erbaut. Heute beeindruckt sie mit wertvoller Ausstattung und ist fester Bestandteil der Fränkischen Orgeltage.

Zum ersten Bischof von Würzburg ernannte Bonifatius im Jahr 741 den irischen Wanderprediger Burkhard.
Ihm wurde die Königsberger Friedhofskirche geweiht, die an der Stelle der einstigen Dorfkapelle von Ingelhofen steht.
Laut Inschrift begann der Bau 1428 unter Baumeister Hermann Lauring und Ratsmitglied Johanne Molln,
dem Vater des Gelehrten Regiomontanus.
Als technischer Baumeister wirkte Hans Wolfahrt aus Königsberg, der für zahlreiche Bauten im sächsischen Raum bekannt war.

Nach der Reformation verfiel die Kirche zunächst, wurde jedoch 1617 mit Unterstützung des Herzogshauses wiederhergestellt.
1619 erfolgte die grundlegende Erneuerung mit der Aufstellung der Kanzel.
Eine weitere Restaurierung erfolgte 1974 unter Pfarrer Th. Weismann.

  • Holzdeckenmalerei: kunstvolle Bemalung aus der Bauzeit
  • Holzkruzifix: Werk aus dem 15./16. Jahrhundert
  • Barockorgel: 1751 von Orgelbauer Voit aus Schweinfurt gefertigt, wird bis heute regelmäßig bei den Fränkischen Orgeltagen gespielt
  • Grabsteine: zahlreiche historische Steine als Zeugnis der wechselvollen Vergangenheit Königsbergs

Geburtshaus Eduard Lingel

In diesem Fachwerkhaus wurde 1849 Eduard Lingel geboren.
Er gründete später in Erfurt die erste Schuhfabrik Deutschlands und machte sich als Unternehmer wie auch als Wohltäter einen Namen,
der bis heute mit Königsberg verbunden bleibt.

Kindheit und Familie

Eduard Lingel wurde 1849 in Königsberg geboren.
Sein Vater Elias war 1845 von Eisfeld nach Königsberg gezogen und handelte hier mit ausländischen Stoffen.
Eduard absolvierte eine kaufmännische Ausbildung in Barmen und Schweinfurt und hielt sich zeitweise auch im Ausland auf.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Schuhmacherhandwerk in Königsberg eine Blütezeit.
Vermutlich hier entwickelte Eduard Lingel den Gedanken, die handwerkliche Schuhherstellung in eine fabrikmäßige Produktion zu überführen.
1872, im Alter von nur 23 Jahren, gründete er in Erfurt die erste Schuhfabrik Deutschlands.
Sein Unternehmen wuchs rasch und beschäftigte vor dem Ersten Weltkrieg über tausend Arbeiter.
Der sogenannte „Lingelschuh“ behauptete auch in den 1920er Jahren noch einen führenden Marktanteil.

Trotz seines Erfolges vergaß Eduard Lingel seine Heimatstadt nicht.
1912 stiftete er der Stadt ein Volksbad und unterstützte die Restaurierung der Marienkirche mit einem Luther-Glasfenster.
Zudem vermachte er für den Neubau einer Schule ein beträchtliches Kapital.
Für seine Verdienste wurde er Ehrenbürger von Königsberg.

Eduard Lingel starb am 27. Februar 1922 in Hamburg.

Altes Brauhaus Königsberg

Das Alte Brauhaus wurde 1810 auf den Resten der nördlichen Stadtmauer erbaut.
Heute ist es als Kunsthandwerkerhof ein lebendiger Treffpunkt, wo Künstler und Handwerker ihre Werke präsentieren und ausstellen.

Das langgestreckte Brauhaus entstand 1810 an der Stelle der früheren nördlichen Stadtmauer.
Laut einem Stadtgrundriss von 1800 begrenzte es die ehemalige Roßmühle sowie den Alten Viehmarkt, die heutige Braugasse.
Die hier betriebene Hausbrauerei musste später aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden.

Zwischen 1995 und 1997 wurde das Brauhaus umfassend restauriert.
Seitdem beherbergt es den Kunsthandwerkerhof, in dem Künstler und Kunsthandwerker arbeiten, ihre Werke präsentieren und ausstellen.
Damit ist das historische Gebäude heute ein lebendiger Ort für Kunst und Handwerk mitten in Königsberg.

Steinweg Nr. 10

Das Haus in der Steinweggasse Nr. 10 überstand den Brand im Dreißigjährigen Krieg. Es erinnert an den Stadthauptmann Hans Amling und war 1732 Station für die Salzburger Exulanten. Heute dient es als Seniorenwohnhaus.

Eine Inschrift von 1600 belegt, dass hier der Stadthauptmann Hans Amling lebte.
Er war 1587 als Protestant aus Münnerstadt ausgewiesen worden.
Das Gebäude gehört zu den wenigen Häusern, die den Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg überstanden haben.

Am 1. September 1732 trafen rund 1.300 Salzburger Exulanten mit 680 Wagen in Königsberg ein.
Sie wurden hier gastfreundlich verpflegt, bevor sie ihre Reise über Heldburg, Römhild und Meiningen nach Preußen fortsetzten.
Das Haus ist ein stiller Zeuge dieser bewegenden Episode.

Das Gebäude wurde von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde umfassend saniert und wird heute als Wohnhaus für Senioren genutzt.

Steinwegsanlage

Die Steinwegsanlage geht auf die frühmittelalterliche Domäne Ingelhofen zurück.
Heute erinnert sie mit der Kaiserlinde und der Verbindung zur Coburger Casimiriana an Geschichte, Tradition und gelebte Freundschaft.

Auf dem Gelände der heutigen Anlage befand sich einst die königliche Domäne Ingelhofen, gegründet um 750 n. Chr. durch den Franken Inguald.
Später wurde die Siedlung als Vorort in die Stadt Königsberg einbezogen.

Eine besondere Erinnerung ist mit der Linde verbunden, die 1887 von Angehörigen der Casimiriana aus Coburg gepflanzt wurde.
Wegen Pilzbefalls musste dieser Baum im Oktober 2023 gefällt werden.
Bereits im November 2023 konnte jedoch eine neue Kaiserlinde gepflanzt werden – gestiftet durch die Schülerverbindung Casimiriana.

Der Alterherrenverband und die Aktivitas der Casimiriana pflegen bis heute eine enge Freundschaft mit Königsberg.
Jährlich nimmt eine Abordnung der Verbindung am Himmelfahrtsauszug der Königsberger Bürgerwehr teil
und hält so die jahrhundertealte Verbundenheit lebendig.

Geburtshaus Balthasar Düring

In der fürstlichen Kellerei unterhalb der Burg wurde 1466 Balthasar Düring geboren.
Er wurde Magister der Theologie und wirkte ab 1521 als erster evangelischer Prediger in Coburg – ein Wegbereiter der Reformation, die auch Königsberg schon früh erreichte.

Gegenüber dem ehemaligen Amtshaus stand die langgestreckte Fürstliche Kellerey.
Sie verfügte über einen großen Keller, durch den beladene Erntewagen hindurchfahren konnten.
In der Halle darüber befand sich die Weinkelterei, während der Dachboden als Getreidelager diente.
Daneben stand der herrschaftliche Zehntstadel.

1466 war Jakob Düring kurfürstlicher Vogt und Kellerer in Königsberg.
In diesem Jahr wurde sein Sohn Balthasar geboren.
Er studierte Theologie, wurde Magister und schloss sich früh der Lehre Martin Luthers an.
Ab 1521 wirkte er als erster evangelischer Prediger an der Stadtpfarrei St. Moriz in Coburg.
Bis 1528 reformierte er das Coburger Land und auch seine Heimatstadt Königsberg, die bereits 1523 evangelisch wurde.

1565 fiel die fürstliche Kellerei einem Brand zum Opfer.
Der große Keller blieb jedoch erhalten.
Zwischen 1566 und 1568 wurde das Gebäude neu errichtet und später als Stadtgut bezeichnet.

  • 1854: Kauf durch Franz Ronge, Fortführung von Weinanbau und Weinversteigerungen (bis zu 25 Mark für einen Eimer Wein, ca. 68 Liter)
  • nach 1900: Erholungsheim für Lungenkranke, gegründet von Dr. Georg Schad
  • ab 1904: Stiftung zur Errichtung eines Sanatoriums für Nervenkranke
  • 1920er Jahre: Nutzung als Arbeitsdienstlager, Reservelazarett, Umsiedlungslager für Deutsche aus dem Osten sowie Caritas-Kinderheim
  • 1952–2021: Jugendherberge
  • seit 2021: Privatbesitz

Kirche Sankt Josef

Die katholische Josefskirche wurde 1956/57 im sogenannten Fuchshof erbaut – an einer Stelle, an der bereits im Mittelalter die erste Kirche Königsbergs stand. Sie erinnert damit an alte Wurzeln und ist zugleich ein Zeugnis des Neubeginns nach 1945.

Neben dem katholischen Pfarrhaus, im sogenannten Fuchshof, steht die Josefskirche.
Der Fuchshof war im Mittelalter im Besitz der Freiherrn von Fuchs.
Errichtet wurde die Kirche ungefähr dort, wo im 12./13. Jahrhundert die erste Kirche Königsbergs stand: die Bartholomäuskirche.
Diese musste im 14. Jahrhundert der Neuordnung der Stadt weichen, der Friedhof wurde in die Vorstadt verlegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die katholische Bevölkerung durch Heimatvertriebene stark an – auf fast 700 Personen.
1950 wurde Königsberg zur Pfarrei erhoben.
1956/1957 entstand die Josefskirche nach Plänen des Dombaumeisters Hans Schädel.
Verwendet wurden bodenständige Materialien, darunter Sandsteinquader aus den Zeiler Steinbrüchen.
Am 29. September 1957 weihte Bischof Josef Stangl die Kirche.
Das Geläute mit vier Glocken, abgestimmt auf die Tonlage der Marienkirche, folgte 1960.

  • Altar: aus Burgpreppacher Sandstein gefertigt
  • Altarbild: Hans Langhojer (Fürth), Darstellung des Lammes Gottes, Kasein- und Wachstechnik
  • Heiliger Josef: Figur von Helmut Weber (Würzburg), zusammen mit der Heiligen Familie
  • Madonna: Sandsteinfigur von Bildhauer Franz Martin (Würzburg)
  • Kreuzwegdarstellung: seit 1972, gemalt von Georg Merkel (Aub bei Ochsenfurt), in derselben Technik wie das Altarbild

Ehemalige Neuapostolische Kirche

Wo einst der Tanzsaal des Gasthauses Zum Goldenen Stern stand, entstand ab 1920 eine Kapelle mit kleinem Glockentürmchen.
Später wurde das Gebäude von der neuapostolischen Gemeinde genutzt und prägt bis heute das Bild des Salzmarktes.

Ursprünglich befand sich hier der Tanzsaal des Gasthauses Zum Goldenen Stern, der den Königsberger Vereinen als Gesellschafts- und Übungsraum diente.
Nach 1920 verkaufte der Wirt den Saal an die katholische Kirche.
Diese stockte das Erdgeschoss auf und errichtete eine Kapelle mit dem typischen kleinen Glockentürmchen.

1957 erhielt die katholische Gemeinde am oberen Salzmarkt ein neues Gotteshaus.
Das bisherige Gebäude wurde verkauft und gelangte über einen Geschäftsmann an die neuapostolische Gemeinde,
die seit 1930 in Königsberg vertreten war.
Sie richtete hier einen ansehnlichen Gottesdienstraum ein, ohne die äußere Gestalt des Hauses zu verändern.

Über Jahrzehnte prägte die kleine Kapelle das Bild des Salzmarktes.
In jüngerer Vergangenheit verlegte die neuapostolische Gemeinde jedoch ihren Standort.
Seither befindet sich das Gebäude im Besitz der Stadt Königsberg.

Bismarck-Anlage und Milbes-Gedenkstein

Die Bismarck-Anlage vor der Königsberger Altstadt vereint Geschichte und Erinnerung:
Hier stehen ein Bismarck-Denkmal zur Reichsgründung von 1871 und ein Gedenkstein für das zerstörte Dorf Milbes im Ostsudetenland.

Vor der Altstadt von Königsberg erstreckt sich die Bismarck-Anlage, ein grüner Streifen,
in dem sich eines der zahlreichen Denkmäler zu Ehren des „Reichsgründers“ Otto von Bismarck befindet.
Solche Denkmäler wurden um die Jahrhundertwende vielerorts in Deutschland errichtet,
um an die Reichsgründung von 1871 zu erinnern.

In der Anlage steht zudem ein Gedenkstein für das Dorf Milbes im Ostsudetenland.
Das Dorf wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört, die Bewohner mussten ihre Heimat verlassen und fanden später im Landkreis Haßberge eine neue Heimat.

Zur Erinnerung an ihre Herkunftsgemeinde errichtete die vertriebene Dorfgemeinschaft im Jahr 1982 diesen Gedenkstein.
Er ist bis heute ein Ort des Innehaltens und des Gedenkens an die verlorene Heimat.

Klostergärten

Von dem ehemaligen Augustinerkloster Königsberg ist heute nur noch die Bezeichnung „Klostergärten“ geblieben. Gegründet 1363, erlebte es mit dem Besuch Martin Luthers 1518 einen Höhepunkt – wenige Jahre später wurde es im Zuge der Reformation aufgelöst.

Papst Urban V. stellte 1363 die Gründungsbulle aus.
Sie erlaubte Kunigunde, der Witwe des Heinrich von Sternberg, außerhalb der Stadtmauern ein Kloster für zwölf Brüder des Augustinerordens zu errichten.

Am 16./17. April 1518 besuchte Martin Luther die Königsberger Augustiner.
Schon 1523 bekannten sich die Mönche zum evangelischen Glauben, und 1526 folgte die offizielle Auflösung des Klosters.
Die Gebäude verfielen und wurden im 18. Jahrhundert abgetragen.
Der Klostergarten gelangte in Privatbesitz.

Das Inventar der Klosterkirche wurde von den Mönchen mitgenommen oder verkauft.
Möglicherweise stammt der wertvolle Altar in der evangelisch-lutherischen St. Michaelkirche in Unterhohenried aus dem Königsberger Kloster,
da dieser Ort traditionell von einem Kaplan oder Mönch betreut wurde.
Nach der Auflösung ließen sich einige Brüder in umliegenden Orten als Prediger nieder – vielleicht auch mit dem Altar.